Catalogue Enrichment im Bibliotheksverbund Bayern
Konzept
Catalogue Enrichment wurde im Bibliotheksverbund Bayern im Gegensatz zu vergleichbaren Vorhaben durchaus im Wortsinn interpretiert und im Bereich der Kataloganwendungen umgesetzt. Dem Bibliotheksmitarbeiter präsentiert sich das neue Arbeitsinstrument als Bestandteil der gewohnten Katalogisierung, der Bibliotheksnutzer erhält das neue Dienstleistungsangebot in der bekannten Retrievalumgebung. Ziel des Konzepts ist die unmittelbare Nutzung der Zusatzinformationen nach Abschluss der internen Arbeitsprozesse aktuell und ohne Transport in der Verbundumgebung und in lokalen Katalogen.
Anreicherungstypen
Angereichert werden im BVB derzeit Inhaltsverzeichnisse, Klappentexte, Rezensionen und Titelblätter bei Neuerwerbungen aller Fachbereiche. Berücksichtigung finden Monographien, mehrbändige Werke und Serien.
System
Für das Catalogue Enrichment im BVB eingesetzt wird ADAM - ALEPH Digital Asset Modul - eine modulare Erweiterung des Bibliothekssystems ALEPH 500 der Firma Ex Libris. ADAM ist komplett in die bestehende Systemumgebung des BVB integriert und ermöglicht, digitale Objekte zur Kataloganreicherung in der Verzeichnisstruktur des ALEPH-Verbundsystems zu speichern und zu verwalten. Über XML-basierte Indexdateien werden Texte für die Volltextrecherche suchbar gemacht. Die Suche im Volltext indexierter Objekte erfolgt im BVB-Verbundkatalog (z.B. im Gateway Bayern) über das neue Suchfeld „Zusatzinformationen/Volltext“ und lässt sich so auch mit der Recherche in bibliographischen Informationen kombinieren.
Nach der Anreicherung des Katalogisats im Verbundkatalog wird ein Versorgungsauftrag für die Weitergabe einer URL auf ein Objekt an die Lokalsysteme erstellt. Die Nutzung der Kataloganreicherungen ist somit sowohl in der Verbundumgebung als auch in den Lokalsystemen gegeben.
Workflows zur Anreicherung
Die schnelle, umfangreiche Anreicherung des bayerischen Verbundkatalogs mit einer großen Anzahl von Objekten wird dabei insbesondere durch Einbindung und Import von extern gelieferten Objekten erreicht.
Bei arbeitsteilig organisierten Bibliotheken wurde für die Erstellung der Objekte im Geschäftsgang ein Scannprozess mit MEDEA 3 implementiert. Dies ermöglicht die zentrale Abstimmung und Verwaltung von Digitalisierungsaufträgen im Verbund sowie die Nutzung existierender Scann-Software und -Hardware in den Bibliotheken. Doppelte Scannarbeiten werden bereits bei der Erstellung eines Digitalisierungsauftrags aus der Katalogisierungsfunktion von ALEPH heraus durch eine Dublettenprüfung in der Auftragsverwaltung von MEDEA 3 vermieden. Das Objekt wird entsprechend des Digitalisierungsauftrags erstellt und als Image-PDF vom MEDEA-System automatisch an einen Server der Verbundzentrale übertragen. Die Generierung der Indexdateien erfolgt über eine automatisierte OCR-Erkennung mit der Abbyy Finereader Scripting. Die Objektansicht bleibt so im Original erhalten.